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Ramsch aus dem Modem

Ramsch aus dem Modem #49

Kurz bevor es für uns in die Sommerpause geht, melden wir uns noch einmal zurück: Das Self-Hosting scheint geklappt zu haben, zumindest haben wir keine Statistik, die das Gegenteil beweist. Noch! Bis Mitte September machen wir jetzt trotzdem erst einmal Pause, aber vorher packen wir Dir noch eine ordentliche Ladung Ramsch ein - inklusive Sandras Vortragsliste von der FrOSCon.

Wie immer freuen wir uns, wenn wir Dich im Discord treffen oder Dein Feedback auf Mastodon lesen. Und wenn Du einen Tipp für den Podcast oder den Newsletter hast, schreib uns einfach direkt.


🎙️ Rfr112 - Conni beschwört den Mainframe

Sandra hat ihr Kagi-Abo vorzeitig verlängert, weiter an der RfR-Infrastruktur geschraubt und war auf der FrOSCon unterwegs. Daniel war auf Workation in den Niederlanden, taucht im Projekt gerade tief in Python ein und hat nebenbei ein paar Verbesserungen an unserer Webseite eingebaut. Im Ramsch geht es um ein Build- und Deployment-System für Selbsthoster, eine Karte für Wickeltische, Neuigkeiten von Mastodon und TUXEDO OS sowie einen Zed-Fork, der bewusst ohne KI auskommt. Bei Aiaiaiaiai schauen wir uns an, warum der Carlsen Verlag gegen OpenAI klagt.

▶️ Direkt zur Folge


🎥 Sandras FrOSCon-Ausbeute

Sandra hat sich auf der FrOSCon durch einen ganzen Stapel Vorträge geschaut. Wen sie dort alles getroffen hat, erfährst Du in der Folge, hier gibt es die Talks zum Nachschauen:

Vor Ort geschaut:

Im Nachgang nachgeholt:

Sandra stand auf der FrOSCon übrigens auch selbst auf der Bühne, und zwar mit Open Source gibt es doch gratis, warum dafür zahlen?. Wie die Konferenz aus Besuchersicht war, beschreibt der Blogpost Mein erster Besuch auf der FrOSCon 2026.


🛜 Ramsch aus dem Modem

🚀 Deployment-Zentrale fürs Homelab

Komodo ist ein Build- und Deployment-System für alle, die ihre Infrastruktur selbst betreiben. Über eine gemeinsame Oberfläche verwaltest Du mehrere Server, deployst Container, baust Images und automatisierst wiederkehrende Abläufe. Dazu kommen Server-Monitoring, ein Terminal direkt im Browser und rollenbasierte Rechte, falls nicht alle im Haushalt gleich Root brauchen.

🍼 Wickeltische auf der Karte

PapaMap zeigt Wickeltische in elf europäischen Ländern auf einer Karte, gedacht explizit aus Papa-Perspektive. Die Daten kommen aus OpenStreetMap, und fehlende Einträge kannst Du direkt über die Seite ergänzen. Eine schöne kleine Nische, die zeigt, dass nicht jede Karten-App gleich die Welt retten muss.

🐘 Mastodon zieht die Markenrechts-Zügel an

Mastodon hat seine Markenrechts-Guidelines präzisiert und damit ordentlich Wellen geschlagen. Konkret heißt das: Wer eine Instanz betreibt, darf "Mastodon" nicht ohne schriftliche Genehmigung im Namen des Dienstes führen, und auch in der Top- oder Second-Level-Domain ist "Mastodon" oder "masto" tabu. example.masto.net ist also raus, mastodon.example.com bleibt erlaubt. Für Server, die vor dem 13. Mai 2026 schon liefen, gibt es eine Bestandsschutzregelung, sofern sie einen entsprechenden Disclaimer anzeigen.

🎨 Mastodon 5.0 räumt die Oberfläche auf

Deutlich entspannter kommt der Ausblick auf Version 5.0 daher. Der Composer wandert aus der Seitenleiste in ein Overlay mit mehr Platz, die reichlich verwirrende Sichtbarkeit "quiet public" wird zu einem verständlichen Schalter für Auffindbarkeit, und private Erwähnungen heißen künftig schlicht "Nachrichten", bekommen ein Chat-Symbol und einen eigenen Composer. Dazu kommt ein einspaltiges Layout, in dem das Branding der Instanz prominenter steht als das Mastodon-Logo. Alles noch frühe Entwürfe und Mockups, aber die Richtung gefällt uns gut, und für den Prototyp werden gerade Tester:innen gesucht.

🐧 TUXEDO OS: Kernel-Konzept und Open Beta

Passend zum FrOSCon-Vortrag hat TUXEDO das Kernel-Konzept für TUXEDO OS auf Debian-Testing-Basis erläutert: Statt Ubuntus HWE-Zyklus im Halbjahrestakt nimmt man künftig den Kernel aus Debian Testing und legt nur noch ein paar eigene Patches obendrauf. Die Open Beta wurde dann direkt auf der FrOSCon angekündigt und läuft inzwischen auch. Feedback aus der Debian-Community zum Upstream-Wechsel gab es auf der Konferenz gleich aus erster Hand dazu.

🖱️ Logitech-Maus, endlich lokal

Logi Options+ gibt es offiziell nur für Windows und macOS, unter Linux stand man bisher im Regen. OpenLogi füllt diese Lücke: eine in Rust geschriebene, lokal laufende Alternative, mit der sich Mäuse, Tastaturen und Kameras direkt am Gerät konfigurieren lassen. Tastenbelegung, DPI und SmartShift sind mit an Bord, die Einstellungen landen in einer schlichten Textdatei, die Dir gehört - ganz ohne Account, Cloud und Telemetrie. Das Repository bringt außerdem ein Flake samt NixOS-Modul mit. Für Daniel ein weiteres Argument, das Ganze mal auszuprobieren.

✏️ Zed, aber ohne KI

GRAM ist ein Fork des Zed-Editors, der bewusst ohne KI-Funktionen auskommt. Debugger-Anbindung per DAP, Git-Integration und Unterstützung für viele Sprachen sind trotzdem dabei, und Zed-Erweiterungen lassen sich weiterverwenden. Es gibt Builds für Linux und macOS, unter anderem über Homebrew und die Paketquellen von Arch und Solus, der Quellcode liegt auf Codeberg.

🎮 Epic Games Store bald auch nativ unter Linux

Ein Epic-Mitarbeiter hat auf Discord bestätigt, dass der Launcher des Epic Games Store eine native Linux-Version bekommen soll - einen Zeitplan gibt es allerdings nicht, die Antwort war ein "Soon"-Emoji. In der Preview des überarbeiteten Launchers fehlt Linux noch, bis dahin bleibt der Heroic Games Launcher der Weg der Wahl. GOG arbeitet übrigens ebenfalls an einem Linux-Client. Fortnite wird trotzdem nicht laufen, weil Epic den Anti-Cheat weiterhin nicht für Linux freigibt.

📱 GrapheneOS-Geräte kommen 2027

GrapheneOS kündigt eigene Geräte für 2027 an. Den Anfang machen dabei wohl eher hochpreisige Modelle.


🤖 Aiaiaiaiai

🦄 Carlsen klagt gegen OpenAI

Der Carlsen Verlag hat vor dem Landgericht München Klage gegen OpenAI eingereicht. Der Vorwurf: ChatGPT wurde ohne Erlaubnis mit den NEINhorn-Büchern trainiert und erzeugt daraus komplett neue Geschichten, inklusive erfundener ISBN, Covergestaltung und druckfertiger Vorlagen. Die generierten Illustrationen seien von den Originalen von Marc-Uwe Kling und Astrid Henn kaum zu unterscheiden. Kling bringt das Ungleichgewicht auf den Punkt: Wer einzelne Filme oder Bücher herunterlädt, wird bestraft, während OpenAI sich einfach an der Kunst und Kultur der ganzen Welt bedient.

🗼 Der Turm wächst einfach weiter

Armin Ronacher warnt in The Tower Keeps Rising, dass KI-Agents zwar Einzelne schneller machen, dabei aber die gemeinsame Sprache untergraben, über die sich große Projekte überhaupt erst koordinieren. Der Unterschied zum biblischen Turmbau zu Babel: Dort stoppt der Bau, sobald die Verständigung zusammenbricht. Mit KI-Agents wächst die Codebase munter weiter, auch wenn niemand mehr das große Ganze versteht - und genau deshalb fällt das Problem erst auf, wenn es richtig kracht.

🔥 Ist Maintainer-Burnout wirklich Burnout?

Ryan Cheley stellt in What if maintainer burnout isn’t burnout? die These auf, dass viele Open-Source-Maintainer gar nicht erschöpft sind, sondern den Sinn verloren haben. Verwaltungsaufgaben verdrängen die kreative Arbeit, die Open Source einmal ausgemacht hat, und KI-generierte Pull Requests setzen noch einen drauf: Sie ersetzen echten menschlichen Austausch durch maschinelles Rauschen. Die Frage lautet dann nicht mehr "Wie schaffe ich das alles?", sondern "Wofür eigentlich?".


📅 Termine

  • TechCamp Hamburg am 25. und 26. August 2026 - mit dem Code tchh26-SPEAKER-50YZGUXU788HU56ZPD bekommst Du 50 % Rabatt
  • SoCraTes vom 27. bis 30. August 2026 in Soltau

💬 Feedback & Support

Schreib uns eine E-Mail, schau auf Mastodon vorbei oder komm in den Discord.

Wir sind Mitte September zurück. Bis dahin,

Sandra & Daniel 👋

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